Stunde Null:
Geboren. Kurz nach der Niederkunft Verschleppung nach Gelsenkirchen. Irgendwie bis heute da hängen geblieben.
1978
Auf einer Klassenfeier tut Gerzlich sich durch die wort- und gestengetreue Replikation einiger Otto Waalkes-Nummern hervor. Bei einer örtlichen Kleinveranstaltung bestreitet er die Umziehpause der Hauptakteure in vorgenannter Manier. Die Lokalpresse feiert ihn überschwenglich. Erste Anfälle von Größenwahn.
1986-88
Gerzlich absolviert auf dringendes Anraten seines Herrn Papas eine Ausbildung als Groß- und Außenhandelskaufmann. Nach der Laumaloche in der Schule sind hier Pünktlichkeit und Disziplin Trumpf. Ständige Ermahnungen und Mißgunst seiner disziplinarischen Vorgesetzten sind die Folge.
1988-90
Gerzlich fristet sein Angestelltendasein. Durch schamloses Überziehen der Mittagspause und ähnlichen Mumpitz zieht er sich zunehmend den Unbill seiner Kollegen und Vorgesetzten zu. Das frühe Aufstehen zehrt darüber hinaus zunehmend an seiner Substanz. Gerzlich wirft den letzten Rettungsanker und nimmt ein Hochschulstudium auf.
1990-97
Gerzlich studiert Wirtschaftswissenschaft. Begrifflichkeiten wie Cash-Flow oder Pareto-Optimum bleiben ihm trotzdem ein Buch mit sieben Siegeln. Gerzlich erhält sein Diplom, lacht sich ins Fäustchen und trollt sich seiner Wege.
1997
Nach fast 20jähriger Bühnenabstinenz betritt Gerzlich zum ersten Mal wieder die Bretter, die Manchem die Welt bedeuten.
Noch selbigen Abends erfolgen weitere Engagements. Na
also, kann los gehen!
1998
Gerzlichs Gagen bestehen schwerpunktmäßig aus einer warmen Mahlzeit und ein paar Biermarken. Seine Anträge, Miete, Fernsehgebühren usw. mit vorgenannten Papiergutscheinen abzustottern, werden abschlägig beschieden. So schlägt er sich als Referent für Marketing-Controlling bei
großen Konzern durch. Seine Projekt-Präsentationen sind als äußerst unterhaltsam zu bezeichnen. Beruflich bringen sie ihn nicht voran, die Geschäftsführung reagiert humorlos. Erste Radioauftritte, Engagements werden zahlreicher.
1999
Gerzlich hört am Einsendeschlußtag vom Kultur-Förderpreis
des Landes Baden-Württemberg "Challenge '99", schickt auf den letzten Drücker 'ne selbst zusammengefriemelte CD hin und wird nominiert. Die Ausstattung der Garderobe (wahrscheinlich sonst die Rumpelkammer) sowie das spärlich dargereichte Abendmahl lassen seine Stimmung bereits vor Beginn der Veranstaltung auf den Nullpunkt sinken. Die Nörgeleien setzen sich auf der Bühne fort. Die Jury glaubt an einen Spaß und drückt ihm die Siegerskulptur in die Hand.
2000
Gerzlich hat gelernt, sich im Büro so schlau wie nötig, um nicht aufzufallen, zu stellen, aber so doof wie möglich, um nicht wirklich in verantwortungsvolle Aufgaben hineingezogen zu werden. Das nennt man wohl gesicherte Existenz. Egal. Gerzlich kündigt, um sich zukünftig professionell seinem kabarettistischen Dasein zu widmen. Außerdem wird ihm noch der Publikumspreis vom Kabarettpreis des Deutschen Journalistenverbandes Ruhr.Pott zuteil.
2001
Erste Fernsehauftritte in verschiedenen Kabarettsendungen (Beltz
open, Ottis Schlachthof) und besonderes Schmankerl:
Gerzlich als Co-Quizmaster und Experte für
Ruhrgebietssprache zu Gast bei Max Schautzer, eigene
Radiokolumne im Heimatsender ("Schwarzfahren mit Hans
Gerzlich"), verschiedene Beiträge im Deutschlandradio
(vornehmlich zum Thema Sport).
2002
Am 22.02.2002 führt Gerzlich, statt zu heiraten
wie viele andere, sein neues Programm "Im Hammer liegt die Kraft" urauf. Weitere Fernseh- und Radioauftritte.
Im November nimmt er erstmals seit über zwo Jahren
wieder an einem humoristischen Wettbewerb, dem Gießener
Comedy-Cup, teil - und gewinnt. Wie schön!
2003
Weiter auf Tour mit "Im Hammer liegt die Kraft".
Ständiges Update des Programms. Moderation der monatlichen Veranstaltungsreihe "Gerzlichs
Gäste".
Auftritt im Rahmen des Köln Comedy Festivals, Gast beim
WDR Kabarettfest und viele andere schöne Sachen.
2004
Gerzlich besinnt sich auf seine Kernkompetenz:
Wirtschaftskabarett & Bürocomedy. Premiere
des neuen Programms "Bürogeflüster!" im Düsseldorfer Kom(m)ödchen. Drei Tage später Gewinn des Schwelmer
Kleinkunstpreises (auch Publikumspreis). Noch zwei Tage
später beim Prix Pantheon mitgemacht - na ja, Dabeisein
ist manchmal alles.
2005
Die CD "Bürogeflüster!"
erscheint bei WortArt. Da ist das drauf, was unter dem
gleichen Titel auf der Bühne gespielt wird. Genialer
Einfall!
2006
Keine besonderen Vorkommnisse! Ach doch: Zum ersten Mal bei der
TV-Sendung "Quatsch Comedy Club" mitgemacht. Außerdem bei "Fun(k)haus"
und "Nightwash".
2007
Herr Gerzlich bewirbt sich für die Braunschweiger
Bettpfanne, den Flensburger Flutschfinger und den
Hamburger Hornhauthobel. Da es diese Preise noch nicht
gibt, erhält er keine Antwort.
2008
Neues Programm: "Geld für alle!" Ein vielversprechender
Titel, oder? Kaufen Sie sich eine Eintrittskarte, sonst
werden Sie nie erfahren, ob er hält, was er verspricht!
Die gleichnamige CD dazu gibt es übrigens seit Juni.
Ausblick
Die nächsten Jahre
sind hier bereits in Form einer Bilderstrecke zu
beschauen:
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